Certyo/v1
Vergleich

Certyo vs Azure Confidential Ledger

Microsofts TEE-basierter Ledger bietet hardwaregestützte Isolation. Doch Herstellerabhängigkeit, Skalierungsgrenzen und intransparente Verifizierung schaffen reale Kompromisse für regulierte Abläufe.

Was ist Azure Confidential Ledger?

Azure Confidential Ledger (ACL) ist ein verwalteter, dezentralisierter Ledger, der auf dem Confidential Consortium Framework (CCF) von Microsoft Research basiert. Er läuft ausschließlich auf hardwaregestützten Trusted Execution Environments (Intel SGX Enclaves) und bietet manipulationssicheren, append-only Speicher.

Der einzigartige Mehrwert von ACL ist hardwarebasierter Vertrauensausschluss: TLS endet innerhalb der Enclave, und nicht einmal Microsoft-Cloud-Betreiber können während der Verarbeitung auf die Daten zugreifen. Jede Transaktion erzeugt eine kryptographische Quittung, die durch die Merkle-Baum-Datenstruktur abgesichert ist.

Was ACL gut macht

  • TEE-Hardwareisolation: Intel SGX Enclaves stellen sicher, dass Daten während der Verarbeitung vor Cloud-Betreiber-Insidern geschützt sind — die stärkste verfügbare Vertraulichkeitsgarantie.
  • Sofortige Unveränderlichkeit: Schreibvorgänge sind bei Commit unveränderlich, ohne Wartezeit für Batch-Akkumulation oder Blockchain-Bestätigung.
  • Azure-Ökosystem-Integration: Native Integration mit Azure SQL Ledger, Azure Blob Storage und Microsoft Defender for Cloud.

Einschränkungen und Herstellerabhängigkeit

Trotz seines starken Isolationsmodells hat ACL erhebliche Einschränkungen für Teams, die cloudübergreifend arbeiten oder herstellerunabhängige Evidenz benötigen:

  • Azure-Abhängigkeit: ACL funktioniert nur innerhalb von Azure. Organisationen auf AWS, GCP oder On-Premises können es nicht nutzen. Multi-Cloud-Architekturen sind vollständig ausgeschlossen.
  • Skalierungsgrenzen: Beschränkt auf 2 Ledger-Instanzen pro Abonnement, 50.000 Collection-IDs pro Ledger und 1.800 Schreibvorgänge pro Sekunde. Höhere Limits erfordern die direkte Kontaktaufnahme mit Microsoft.
  • Intransparente Verifizierung: Die Verifizierung erfordert Azure-API-Zugang. Dritte Prüfer, Regulierer oder Partner benötigen Azure-Anmeldedaten, um die Integrität zu validieren — es gibt keinen öffentlichen Nachweis.
  • Beständigkeitsrisiko: Wenn Microsoft ACL einstellt (wie AWS es mit QLDB getan hat), werden alle Daten und Nachweise unzugänglich. Es gibt keinen unabhängigen Verifizierungspfad.

Wo Certyo gewinnt

Certyo verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz: Statt darauf zu vertrauen, dass die Hardware eines Cloud-Anbieters Ihre Daten schützt, macht es den Nachweis öffentlich und plattformunabhängig.

  • Öffentliche Verifizierbarkeit: Jeder kann die Integrität eines Datensatzes über PolygonScan und ein IPFS-Gateway verifizieren — ohne Certyo-Konto, API-Schlüssel oder Plattformzugang.
  • Keine Datenverwahrung: Certyo speichert SHA-256-Hashes, nicht Ihre eigentlichen Daten. Das eliminiert das PHI/PII-Verwahrungsproblem vollständig und vereinfacht die Einhaltung von HIPAA und DSGVO.
  • Herstellerunabhängige Beständigkeit: On-Chain-Anker auf Polygon und IPFS-Manifeste bestehen fort, selbst wenn Certyo den Betrieb einstellt. Ihr Nachweis überlebt die Plattform.
  • Vollständige Multi-Tenancy: Tenant + Client-Unterpartitionierung, 8 RBAC-Rollen, ratenbegrenzende Steuerung pro API-Schlüssel und vollständige Audit-Isolation — entwickelt für SaaS-grade Betrieb.

Funktionsvergleich

FähigkeitCertyoAzure ACL
VertrauensmodellDezentralisiert (Polygon + IPFS)Semi-dezentralisiert (TEE Enclaves)
Öffentliche VerifizierbarkeitPolygonScan + IPFSNo —Erfordert Azure-API-Zugang
TEE-IsolationNo —Nicht anwendbarIntel SGX Enclaves
DatenverwahrungNur Hashes (kein PHI/PII)Vollständige Einträge
HerstellerabhängigkeitKeine (offene Protokolle)Vollständig (nur Azure)
BeständigkeitOn-Chain ist permanentEinzelanbieter-Risiko
SkalierungsgrenzenKafka-parallelisiert (konfigurierbar)2 Instanzen/Abo, 1.800 TPS
Multi-TenancyVollständig (Tenant + Client + 8 RBAC-Rollen)Einfach (Collection-IDs)
Unveränderlichkeits-LatenzVerzögert (~Minuten)Sofort bei Commit
Evidenz-ExportCompliance-taugliche PaketeNo —Nicht verfügbar
Event-StreamingKafka-native PipelineNo —Nur synchrone API
RatenbegrenzungVerteilte Steuerung pro API-SchlüsselSKU-basierte Limits
PreiseFlexible Bereitstellung (self-hosted oder verwaltet; nicht pro Datensatz)~$90/Monat pro Instanz
Retry & DLQExponentielles Backoff + DLQNo —Nicht verfügbar
Cloud-übergreifende UnterstützungJede Cloud oder On-PremisesNo —Nur Azure

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